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Schlammverbrennungsanlage Stuttgart-Mühlhausen

Auftraggeber Stadtentwässerung Stuttgart Stuttgart (SES)
Anlage Klärschlammverbrennung WSO II + III
Auftragsvolumen ~ 2 Mio. Euro
Projektlaufzeit 1995 – 2010
Stuttgart Mühlhausen

Beschreibung

Das Abwasser der Landeshauptstadt Stuttgart wird in vier Klärwerken gereinigt. Neben den drei Außenklärwerken Möhringen, Plieningen und Ditzingen betreibt der Eigenbetrieb Stadtentwässerung (SES) das Hauptklärwerk in Stuttgart-Mühlhausen, das eine Kapazität von 1,2 Mio. Einwohnerwerten hat. Auf diesem Klärwerk befindet sich auch eine Klärschlammverbrennungsanlage, die zweistraßig aufgebaut ist.

Als Ersatz für eine bestehende Verbrennungsanlage, die das Ende ihrer wirtschaftlichen Nutzungszeit erreicht hatte, wurde im Jahre 2006 eine neue Linie in Wirbelschicht-Technologie errichtet. Der Klärschlamm wird nach der mechanischen Entwässerung und dem Trocknungsprozess in den Wirbelschichtofen gepumpt. Hier erfolgt die Verbrennung ohne weitere Zusatzbrennstoffe. Die bei der thermischen Behandlung freigesetzte Energie wird als Dampf über einen Gegendruckturbosatz mit gekoppeltem Generator geleitet. Dabei wird die erzeugte elektrische Energie zur Deckung des Eigenbedarfs eingesetzt.

Zum sicheren, wirtschaftlichen und gesetzeskonformen Betrieb des neuen Wirbelschichtofens ist eine leistungsfähige, hochverfügbare und durchgängige Prozessleittechnik erforderlich. KH-Automation Projects erhielt von der Stadtentwässerung Stuttgart den Auftrag zur Lieferung der gesamten Leit- und Automatisierungstechnik für die neue Verbrennungsanlage. Die Überwachung und Bedienung des Wirbelschichtofens sowie der beteiligten Nebengewerke erfolgt über das Prozessleitsystem PMSX®pro. Dieses Leitsystem wurde in vorangegangenen Bauphasen zur Automatisierung des gesamten Hauptklärwerks eingesetzt. Die Integration in das Gesamtsystem und die Bedienung des Hauptklärwerks und der Verbrennungslinie von einer zentralen Warte aus waren für die Auswahl der Leittechnik entscheidend.

Die System-Architektur des Leitsystems ist durchgängig dezentral ausgelegt. Für die Baumaßnahme mit der Erweiterung der Anlage im laufenden Betrieb bietet die verteilte System-Topologie bedeutsame Vorteile. Durch die Gliederung des Prozesses in sinnvolle Funktionsbereiche wird eine geordnete, dezentralhierarchische Struktur erreicht. Diese Bereiche sind in sich abgeschlossene Prozessabschnitte, die von der Aufgabe und Abgrenzung her eindeutig definierbar sind. Jedem dieser Funktionsbereiche wird eine Automatisierungsstation mit einem lokalen Prozess-Server zugeordnet.

Der Server hält die Engineeringdaten des Funktionsbereichs und ist zuständig für die Prozessdatenerfassung, Datenvorverarbeitung, Alarmierung und Archivierung. In der Automatisierungsstation erfolgen die Signalerfassung aus der Feldebene sowie die originäre Prozessbearbeitung mit Regelung und Steuerung. Die Verteilung der leittechnischen Aufgaben auf mehrere Prozess-Server und eine redundante Datenhaltung garantieren eine hohe Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit der Anlage.

 

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