Müllheizkraftwerk Iserlohn
| Auftraggeber | Abfallentsorgungsgesellschaft des Märkischen Kreises mbH |
| Anlage | Müllheizkraftwerk Iserlohn |
| Ausführung | 3 Linien, 295.000 Mg/a (max. genehmigte Durchsatzleistung) |
| Auftragsvolumen | ~ 30 Mio. Euro |
| Projektlaufzeit | 1995 – dato (in diskreten Bauabschnitten) |
Beschreibung
Das Müllheizkraftwerk Iserlohn ging erstmals 1970 in Betrieb. In den Jahren 1994–1996 wurde es umfassend optimiert und gehört heute zu den modernsten Anlagen dieser Art in Europa. Die Verbrennung erfolgt in drei Ofenlinien – zwei mit je 8 t sowie eine mit 16 t Abfall pro Stunde. Die bei der Verbrennung des Mülls entstehende Dampfmenge treibt zwei Turbinen/ Generatoren-Anlagen zur Stromerzeugung an. Der Entnahmedampf der Turbinen wird zur Erzeugung von Fernwärme genutzt (Kraft-Wärme-Kopplung).
KH-Automation Projects begleitet die Automatisierung des Müllheizkraftwerks vom Baubeginn bis zum heutigen Tage — vom Aufbau des ersten analogen Steuer- und Regelsystems bis hin zur heutigen modernen Prozessleittechnik. Im Zuge diverser Modernisierungsmaßnahmen wurde auch eine übergeordnete Leittechnik mit dem Prozessleitsystem PMS 68000 installiert. Die Überwachung, Bedienung und Steuerung des Müllheizkraftwerks erfolgt sowohl über das Leitsystem als auch über eine Backup-Ebene im Leitstandpult. Durch diese zwei von einander unabhängigen Bedien-Linien wird die Verfügbarkeit und Betriebssicherheit der Anlage signifikant erhöht.
Aufgrund verschärfter Umweltauflagen wurde im Jahre 1996 auch die Rauchgasreinigungsanlage umgebaut und erweitert. Im Rahmen dieses Bauabschnitts lieferte KH-Automation Projects nicht nur die neue Leit- und Automatisierungstechnik (PMS 68000 und P8) mit Feldinstrumentierung sondern auch die vollständige elektrotechnische Ausrüstung.
Insgesamt 40 Automatisierungsstationen steuern und regeln die komplexen Anlagenteile. Über Einzelsteuerbaugruppen ist eine Bedienung vor Ort und auch eine Bedienung über das Warten-Mosaik möglich. Um einen optimalen Ausbrand des Mülls bei bestmöglicher Energieausnutzung zu gewährleisten, wurde unter Mitwirkung des Betreibers eine besonders wirksame Feuerleistungsregelung entwickelt und installiert.
Das im Jahr 1996 installierte Prozessleitsystem PMS 68000 wurde in weiteren Bauabschnitten (2008-2009) durch das moderne Leitsystem PMSX®pro abgelöst. Die getätigten Investitionen in den vorangegangenen Bauphasen wurden dabei durch ein besonders wirtschaftliches Migrationskonzept gesichert. Im Zuge dieser Modernisierungsmaßnahmen wurde auch die Leitwarte umgebaut und nach neuesten ergonomischen Gesichtspunkten gestaltet. Eine Großbildprojektionswand mit zehn Cubes unterstützt die Bedienführung und liefert Prozessübersichten und Video-Einblendungen auf einen Blick.




