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Wasserwerk Haltern

Auftraggeber Gelsenwasser AG
Anlage Trinkwassergewinnung und -verteilung
Auftragsvolumen ~ 6 Mio. Euro
Projektlaufzeit 1997 – dato (in diskreten Bauabschnitten)
Haltern

Beschreibung

Das Versorgungsunternehmen Gelsenwasser AG beliefert insgesamt etwa drei Millionen Menschen sowie die Gewerbe- und Industriebetriebe im Ruhrgebiet und Münsterland, am Niederrhein, Ostwestfalen und im angrenzenden Niedersachsen mit Wasser, Gas, Wärme und Strom. Der Schwerpunkt liegt in der Wasserversorgung von 46 Kommunen, deren jährlicher Frischwasserbedarf rund 290 Mio. m3 beträgt.

Das Wasserwerk Haltern – eines der größten in Europa – ist Trinkwasserbasis für rund eine Millionen Menschen, Gewerbe und Industrie in 20 Städten des nördlichen Ruhrgebiets, des Münsterlandes und der Stadt Duisburg. Die Talsperre Haltern mit einer Wasserfläche von 307 Hektar speichert rund 20,5 Mio. m3 Wasser der Flüsse Stever und Mühlenbach. Jährlich werden etwa 110 Mio. m3 Wasser gewonnen, aufbereitet und abgegeben.

KH-Automation Projects – damals noch Philips Automation Projects – erhielt im April 1997 den Auftrag für die komplette Automatisierung des Wasserwerks Haltern mit den Zielsetzungen:

  • Dezentralisierung der bestehenden Automatisierungstechnik und Erweiterung auf den Gesamtprozess
  • Erhöhung der Verfügbarkeit der Gesamtanlage
  • Sicherstellung der zukünftigen Erweiterbarkeit

Die bestehende Technik der Wasseraufbereitung mit fünf S5 Automatisierungssystemen, der Niederspannungsschaltanlage und der Fernwirktechnik mit SINAUT Fernwirkstationen wurde vollständig in das neue Leit- und Automatisierungskonzept eingebunden. Zum Leistungsumfang gehörte auch die Modernisierung eines großen Teils der bestehenden Fernwirkstationen. Im Bereich der Wassergewinnung wurden 27 neue Philips Automatisierungssysteme installiert und in Betrieb gesetzt. Die Fernwirktechnik von 14 bestehenden Stationen im Bereich Wasserverteilung wurde auf moderne Technik umgerüstet und unter Berücksichtigung des Gesamtkonzepts vereinheitlicht. Die Fernwirkzentrale der Wasserverteilung wurde redundant ausgeführt, um ein Höchstmaß an Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Die bestehende Automatisierungstechnik wurde durch neue Automatisierungsstationen in Kompaktbauweise ersetzt, die dezentral in den Unterstationen des Wasserwerks verteilt sind. Die gesamte Prozessautomation wurde über ein FDDI Glasfaser-Doppelring-Netzwerk mit einer Übertragungsrate von bis zu 200 Mbit/s vernetzt. Das Netzwerk wurde redundant ausgeführt.

In der zentralen Leitwarte laufen alle Informationen aus den Bereichen Wassergewinnung, Wasseraufbereitung, Wasserförderung und Wasserverteilung zusammen. Über vier PMSX Bedienstationen erfolgt der Zugriff auf rund 12.000 Prozessvariablen. Für Änderungen und Erweitungen kann das komplette Leit- und Automatisierungssystem über eine zentrale Engineeringstation konfiguriert und programmiert werden.

Die Prozessdaten werden grundsätzlich dezentral in den PMSX Prozessservern archiviert, was die Verfügbarkeit und Sicherheit der Daten signifikant erhöht. Zusätzlich werden wichtige Messwerte in einer zentralen Oracle-Datenbank kundenseitig verwaltet. Ein zentraler PMSX Server übergibt zyklisch die Daten an die Datenbank. Die Verbindung zum betriebseigenen Büronetzwerk und den Netzwerkdruckern erfolgt über moderne Switch-Technologie.

Die Modernisierung der Gesamtanlage erfolgte in Teilabschnitten mit minimalen Stillstandszeiten bei laufendem Prozess, ohne die Verfügbarkeit oder Qualität des Trinkwassers zu beeinträchtigen. Voraussetzungen dafür waren eine detaillierte Vorausplanung und die strikte Einhaltung des vereinbarten Zeitplans. Durch eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer wurde das Gesamtprojekt noch vor dem vereinbarten Termin erfolgreich abgeschlossen.

Mit dem Ziel, das Wasserwerk auf einem hohen technischen Niveau zu halten, wurde die Anlage im Laufe der Jahre in diskreten Bauabschnitten durch Nachrüstungen und Verfahrensoptimierungen angepasst. Neben den Remote-Kopplungen zu anderen Wasserwerken wurde auch das gesamte Netzwerk zu einem Ethernet-Ring in Switch-Technologie umgebaut. Im Rahmen der Erneuerung der 5 KV MS-Anlage wurden die Philips Automatisierungsstationen durch Mitsubishi System Q ersetzt. Zusätzlich wurden vier neue Bedienstationen aufgestellt. In einem weiteren Bauabschnitt wurde das Prozessleitsystem PMSX gegen das neue Release PMSX®pro im laufenden Betrieb migriert.

 

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Referenzblatt
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