Trinkwasserversorgung Friesland
| Auftraggeber | Vitens Fryslân |
| Anlage | Trinkwasserproduktion und -verteilung |
| Auftragsvolumen | ~ 3,5 Mio. Euro |
| Projektlaufzeit | 1993 – dato (in diskreten Bauabschnitten) |
Beschreibung
Die Vitens Fryslân versorgt die rund 250.000 Haushalte der holländischen Provinz Friesland sowie der Inseln Vlieland, Terschelling, Ameland und Schiermonnikoog mit Trinkwasser. Die Haushalte der 31 Gemeinden sind über die gesamte Provinz Friesland verteilt und durch ein etwa 6.200 km langes Wasserleitungsnetz miteinander verbunden. Insgesamt 19 Unterstationen gewinnen pro Jahr ca. 45 Mio. m3 Grundwasser aus Tiefen von 50 bis 130 Metern und befördern es zur Aufbereitung und -verteilung an vier Pumpstationen. Das Ziel der umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen war zum einen die qualitativ hochwertige Aufbereitung des Wassers, aber auch die zuverlässige Belieferung der Haushalte zu einem akzeptablen Preis.
Die einzelnen Stationen sind über ganz Friesland verteilt und durch DSL-Verbindungen untereinander und mit einer zentralen Leitwarte gekoppelt. Während der normalen Arbeitszeiten sind die Pumpstationen mit einer kleinen Betriebsmannschaft besetzt. Nachts und an den Wochenenden erfolgt die systemweite Prozessführung über die Zentralwarte. Die Unterstationen sind generell unbemannt und werden vollständig aus der zentralen Warte oder aus den übergeordneten Pumpstationen bedient. Die Schlüsselrollen der Pumpstationen und der zentralen Leitwarte stellen sehr hohe Anforderungen an die Sicherheit sowie Verfügbarkeit des Leit- und Automatisierungssystems. PMSX®pro ist durch die Verteilung und mehrfache Verfügbarkeit von Funktionen auf verschiedenen Systemstationen optimal für diese anspruchsvollen Aufgaben geeignet.
In den Stationen ist jeweils ein verteiltes Leitsystem installiert, wobei Hard- und Software auf Systemsicherheit ausgelegt sind. Auftretende Störungen werden durch aufwendige Prozeduren so abgefangen, dass für den Bediener eine unterbrechungsfreie Betriebsführung sichergestellt ist und kein Datenverlust eintreten kann.
Die Kopplung der lokalen Datennetze über ein ringförmiges Wide Area Network (WAN) wurde inzwischen durch viel schnellere DSL-Verbindungen ersetzt. In den einzelnen Stationen übernehmen DSL-Router die datentechnische Umsetzung vom lokalen Ethernet-Systembus auf die DSL-Leitungen. Über dieses Netzwerk können alle Stationen reibungslos miteinander kommunizieren und die zentrale Prozessführung ist damit erheblich beschleunigt. Zur Steigerung der Betriebssicherheit, z. B. bei Störungen der DSL-Verbindungen, werden Backup-Leitungen bereitgehalten und zusätzlich die Prozessdaten lokal zwischengespeichert. Die Analyse der Signalwege und Kommunikationsstörungen erfolgt in der Zentralwarte.
An betriebskritischen Stellen werden die Daten aus den Anlagen an ein zentrales Management Information System von OSIsoft weitergeleitet. Dieses ist nicht nur für die Provinz Friesland im Einsatz, sondern auch für die anderen Provinzen, in denen Vitens in den letzten Jahren die Wasserversorgung übernommen hat. In der Provinz Friesland sind für diese Anbindung in 25 PMSX®pro-Stationen OPC-Schnittstellen installiert worden, die über einen lokalen Frontend-Rechner mit dem OSIsoft Management Information System verbunden sind.
Das Prozessleitsystem PMSX®pro ist die ideale Lösung für derart weit verteilte Anlagenstrukturen. Durch die vollkommen autark arbeitenden Teilsysteme in Verbindung mit der zentralen Prozessführung und Systemkonfiguration wurde ein wirtschaftliches Gesamtsystem geschaffen, das alle Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit, Komfort und Flexibilität gerecht erfüllt.



