Heizkraftwerk Frankfurt-Nordweststadt
| Auftraggeber | AE&E Lentjes GmbH |
| Anlage | Heizkraftwerk Frankfurt-Nordweststadt |
| Elektrische Leistung | 46 MW |
| Auftragsvolumen | ~ 3 Mio. Euro |
| Projektlaufzeit | 2004 – 2005 |
Beschreibung
Die Mainova AG versorgt mit dem Heizkraftwerk Frankfurt-Nordweststadt die umliegenden Stadtteile mit Fernwärme und Strom. Der am Strommarkt zu erzielende Arbeitspreis sowie die zusätzliche Förderung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz waren die Basis für die Entscheidung zur Modernisierung der veralteten Anlage.
Angrenzend an das Heizkraftwerk betreibt die Stadt Frankfurt das Müllheizkraftwerk Nordweststadt. Auch diese Anlage musste für einen wirtschaftlichen Betrieb dringend modernisiert werden. Die Stadt Frankfurt und die Mainova AG nutzten die Gelegenheit, um beide Anlagen ökologisch und energetisch effizient, aber auch wirtschaftlich zukunftsfähig zu gestalten.
Besonderen Wert legte man dabei auf die Verbesserung des Wirkungsgrades sowie die Nutzung von Synergieeffekten. Ein wesentliches Ziel der Baumaßnahme war es, das technologische Zusammenwirken der beiden Anlagen auch in der Leittechnik zu nutzen. So wurde durch den Generalplaner Dr. Born & Dr. Ermel auch eine übergeordnete Leittechnik für die beiden Anlagen konzipiert.
Von der Lurgi Energie und Entsorgung GmbH (heute AE&E Lentjes GmbH) als Generalunternehmer erhielt KH-Automation Projects den Auftrag zur Lieferung der gesamten Leit- und Automatisierungstechnik beider Anlagen. Die Überwachung, Bedienung und Steuerung des Heizkraftwerks und der Müllverbrennungsanlage erfolgen über das Leitsystem PMSX®pro in einer gemeinsamen Zentralwarte.
Durch eine horizontale Gliederung der Anlage in Funktionseinheiten mit leittechnischer Zuordnung wurde hohe Betriebssicherheit und Flexibilität erreicht. Da die Verfügbarkeit der Leittechnik direkten Einfluss auf die Verfügbarkeit der Anlagen hat, waren die Anforderungen an die Zuverlässigkeit des Systems besonders hoch. Durch aktive und passive Redundanzen und durch die Vermeidung eines „Single Point of Failure“ in der Architektur wurde die geforderte Verfügbarkeit der Leittechnik erreicht.
Die verteilte Systemarchitektur des Leitsystems und der Einsatz moderner Switch-Technologie verhindert zudem eine Überlastung des Bussystems. Verfahrenstechnische Redundanzen werden dabei durch die Leittechnik nicht aufgehoben. Die Verteilung der leittechnischen Aufgaben auf mehrere hochverfügbare Prozess-Server und redundante Datenhaltung garantieren hohe Betriebssicherheit und einen ökonomischen Betrieb der Anlage. Alle Daten werden durch ein integriertes Backup-System zyklisch gesichert und können nach einer Störung durch die Recovery-Funktion automatisch in kürzester Zeit wieder hergestellt werden. Alle Maßnahmen zur Vermeidung von Leittechnikausfällen wurden umgesetzt, sodass Störfälle mit unwirtschaftlichen Stillstandszeiten vermieden werden.



