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Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen

Auftraggeber Stadtentwässerung Stuttgart (SES)
Anlage Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen
Einwohnerwerte 1,2 Mio.
Auftragsvolumen ~ 10 Mio. Euro
Projektlaufzeit 1996 – dato (in diskreten Bauabschnitten)
Stuttgart

Beschreibung

Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung (SES) der Landeshauptstadt Stuttgart betreibt ein ca. 1.745 Kilometer langes Kanalnetz, 68 Regenüberlaufbecken, 47 Regenrückhaltebecken, 53 Abwasserpumpwerke sowie vier moderne Klärwerke in Mühlhausen, Möhringen, Plieningen und Ditzingen. Das Hauptklärwerk in Stuttgart-Mühlhausen reinigt täglich eine Abwassermenge von rund 220.000 Kubikmetern und hat eine Kapazität von 1,2 Mio. Einwohnerwerten. Über zwei Hauptsammler mit je einer nachgelagerten Rechen- und Sandfanganlage, welche eine mechanische Vorreinigung durchführen, wird das Abwasser dem Hauptklärwerk zugeführt. Die Reinigung des Abwassers wird in mehreren Stufen durchgeführt: mechanisch, biologisch und weitergehend in einer dritten Stufe.

In den Vorklärbecken findet der mechanische Reinigungsprozess statt. Hierbei setzt sich der Schlamm auf dem Boden der Becken ab und wird in die Faulbehälter gepumpt. Der Klärschlamm wird in den Zentrifugen mechanisch entwässert und getrocknet, bevor er im Wirbelschichtofen verbrannt wird. Das Abwasser fließt anschließend in die Belebungsbecken und wird dort durch Mikroorganismen gereinigt. In einem weiteren Schritt durchläuft das Abwasser die Nachklärbecken. Hier setzen sich die Mikroorganismen als Schlamm am Beckenboden ab und werden als Rücklaufschlamm in die Belebungsbecken zurückgepumpt.

Danach durchläuft das Abwasser als dritte Reinigungsstufe die Sandfilteranlage. Hier werden die restlichen Schwebstoffe entfernt, bevor das gereinigte Abwasser in den Neckar eingeleitet wird.
Mit dem Ziel, die Abwasserreinigung auf hohem technischen Niveau zu halten, wurde das Hauptklärwerk im Laufe der Jahre durch ständige Nachrüstungen und Verfahrensoptimierungen an den technischen Fortschritt angepasst. KH-Automation Projects (vormals Philips Automation Projects) lieferte bereits in den 1990er Jahren die Leit- und Automatisierungstechnik. Das damalige Prozessleitsystem PMS 68000 erfüllte die Anforderungen einer durchgängigen Leittechnik mit verteilter Systemarchitektur sehr zuverlässig.

Im Zuge erneuter Umbaumaßnahmen wurde in gesonderten Abschnitten die Leit- und Automatisierungstechnik auf eine moderne und zukunftsweisende Technologie umgestellt. Die Stuttgarter Stadtentwässerung beauftragte KH-Automation Projects die bestehende Leittechnik auf das leistungsfähige Prozessleitsystem PMSX®pro umzusetzen.

In den neueren Bauphasen wurde das Prozessleitsystem PMSX®pro installiert und durch ein intelligentes Migrationskonzept das bestehende Prozessleitsystem PMS 68000 schrittweise abgelöst. Dieses Konzept sicherte die geleisteten Investitionen und gewährleistete eine rückwirkungsfreie Erweiterung und einen störungsfreien Umbau im laufenden Betrieb.

Die sehr komplexe Struktur des Hauptklärwerks mit seiner nachgeschalteten Klärschlammverbrennung erforderte auch für die Leittechnik eine dezentrale Topologie. Auf dieser Basis wurde eine klar gegliederte, hierarchisch geordnete und damit übersichtliche Anlage mit 37 Bedienstationen realisiert. Durch die Verteilung der Aufgaben auf 43 Prozess-Server sowie durch redundante Datenhaltung wurde höchste Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit erreicht.

 

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