Klärwerk Hamburg
| Auftraggeber | Hamburg Wasser |
| Anlage | Klärwerksverbund Köhlbrandhöft / Dradenau |
| Einwohnerwerte | 2,9 Mio. |
| Auftragsvolumen | ~ 28 Mio. Euro |
| Projektlaufzeit | 2000 – dato (in diskreten Bauabschnitten) |
Beschreibung
Der Klärwerksverbund Köhlbrandhöft/Dradenau ist die zentrale Hamburger Abwasser-Behandlungsanlage. Das Klärwerk Köhlbrandhöft bildet innerhalb des Verbundes die erste Reinigungsstufe. Das zugeführte Abwasser wird hier mechanisch, teilweise biologisch und auch chemisch behandelt. Die zweite Reinigungsstufe befindet sich im Klärwerk Dradenau. Hierfür wird das vorgereinigte Abwasser vom Werk Köhlbrandhöft durch eine 2,3 km lange Verbindungsleitung in 80 m Tiefe unter dem Köhlbrand hindurch gepumpt.
Abwasseranlagen mit einer derart weit verteilten Anlagenstruktur stellen an die Betriebsführung und Instandhaltung höchste Anforderungen. Ohne umfassende Leit- und Automatisierungstechnik sind das Anlagenmanagement und die Verfahrenstechnik solch komplexer Anlagen nicht zu meistern.
Wegen Überalterung der bestehenden Technik erteilte die Hamburger Stadtentwässerung – ein Unternehmen von Hamburg Wasser – KH-Automation Projects im Jahr 2000 den Auftrag für die Erneuerung und Modernisierung der Leittechnik. Merkmale wie dezentrale Systemarchitektur, Durchgängigkeit, Verarbeitung großer Datenmengen und hohe Verfügbarkeit waren für die Auswahl des Prozessleitsystems zwingend erforderlich. All diese Anforderungen konnten mit dem Prozessleitsystem PMSX®pro vollends erfüllt werden.
Die komplexe Kläranlagenstruktur mit 32 dezentral angeordneten Schalthäusern in Köhlbrandhöft und einer nachgeschalteten Klärstufe in Dradenau stellt höchste Anforderungen an die Topologie der Leittechnik. Die Kontrolle solch hoher Datenmengen ist nur durch eine verteilte Systemarchitektur mit einem leistungsfähigen Prozessleitsystem möglich. Durch die Verteilung der leittechnischen Aufgaben auf 60 Prozess-Server sowie eine redundante Datenhaltung wird die höchste Verfügbarkeit und Betriebssicherheit der Anlage gewährleistet.
Von den 30 Bedienstationen kann auf alle Informationen der Gesamtanlage zugegriffen werden. Aktive Redundanzen und die Vermeidung eines „Single Point of Failure“ in der Architektur erhöhen die Zuverlässigkeit der Anlage signifikant. Die verteilte Architektur des Leitsystems und der Einsatz moderner Switch-Technologie in den Netzwerken verhindert zudem eine Überlastung des Bussystems.
Für ein wirtschaftliches Instandhaltungs- und Anlagenmanagement bietet das Leitsystem eine Bedienung der Gesamtanlage von der Zentralwarte, als auch von allen Schalthäusern sowie ein durchgängiges und anlagenweites Programmieren von zentraler Stelle.
Eine Großbildprojektionswand mit zwölf Cubes unterstützt die Bedienführung und liefert Prozessübersichten und Video-Einblendungen auf einen Blick. Die offenen Strukturen des Leitsystems ermöglichen die Kopplung zu SAP/R3 und zu übergeordneten Hierarchien. Der Umbau der Automatisierungstechnik im laufenden Betrieb und das rückwirkungsfreie Erweitern stellen sowohl an das Engineering als auch an das Projektmanagement höchste Anforderungen. Das Leitsystem PMSX®pro ist so ausgelegt, dass im Endausbau der Kläranlage über 150.000 Prozessvariable verarbeitet werden.





